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Honorar richtig berechnen: Wie viel kannst und solltest du als Freelancer verlangen?

Die Stundensätze für Freelancer liegen auf den ersten Blick oft deutlich höher als jene für einen Angestellten. Auf den zweiten Blick haben Selbstständige aber auch mehr Kosten zu tragen. Gerade wer sich neu als Freelancer selbstständig macht, stellt sich deshalb die Frage: Wie berechne ich mein Honorar richtig, um nicht in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten? Der folgende Beitrag zeigt eine realistische Kalkulation in drei Schritten.

Viele Menschen träumen von der Selbstständigkeit – auch aufgrund der scheinbar besseren Verdienstmöglichkeiten. Zahlreiche Freelancer berechnen schließlich Honorare von 50, 75 oder sogar 120 Euro pro Stunde und dabei wird so mancher Angestellter blass vor Neid. Was du dabei aber nicht aus den Augen verlieren darfst, sind die höheren Kosten, welche du als Freelancer hast. Du musst dich selbst versichern, brauchst einen Steuerberater, hast keinen bezahlten Urlaub, trägst das finanzielle Risiko einer Krankheit und hast vielleicht zusätzliche Kosten für die Anmietung eines Büros oder andere geschäftliche Ausgaben. Gerade wer sich neu als Freelancer selbstständig macht, hat deshalb oft Schwierigkeiten damit, diese Ausgaben realistisch einzuschätzen und dementsprechend auch seinen Stundensatz festzulegen.

 

Schritt 1: Ausgaben kalkulieren

All diese Ausgaben sind die Basis deiner betriebswirtschaftlichen Rechnung, um dein Honorar als Freelancer festzulegen. Du musst also erst einmal prüfen, welche monatlichen Fixkosten du zukünftig stemmen musst. Dein Verdienst als Freelancer muss mindestens all diese Ausgaben decken sowie natürlich deinen grundlegenden Lebensunterhalt, sprich Miete, Essen, Auto & Co. Es ist daher ratsam, zu Beginn deiner Berechnungen zwei Listen anzulegen:

 

  • Auf der ersten Liste trägst du alle Ausgaben ein, welche du für deine Selbstständigkeit haben wirst. Bestenfalls rechnest du diese auf das ganze Jahr – denn einige Ausgaben wie die Rechnung des Steuerberaters fallen unregelmäßig an – und teilst diese anschließend durch zwölf. Wie teuer sind also deine Versicherungen? Welche Ausgaben hast du für ein Büro, den Dienstwagen, Fahrtkosten & Co? Welche Verdienstausfälle drohen eventuell durch Urlaub oder eine Krankheit? Viele der Werte kannst du aber zu Beginn deiner Selbstständigkeit nur schätzen, weil es dir noch an Erfahrungswerten fehlt. Sei dabei also lieber pessimistisch als zu optimistisch. Besser, am Ende bleibt noch Geld übrig, als dass die Kosten dann doch höher sind und deine Berechnungen sprengen.

  • Auf der zweiten Liste kalkulierst du deine privaten Ausgaben, sprich wie viel Geld pro Monat brauchst du als absolutes Minimum, um deine Lebenshaltungskosten stemmen zu können?

 

Beide Listen ergeben einen monatlichen Kostenblock, welchen du als Freelancer zukünftig tragen musst. Dein Honorar muss also mindestens diese Ausgaben abdecken, bestenfalls bleibt aber natürlich mehr übrig, sodass du dir ein finanzielles Polster für eventuelle Ausfallzeiten durch Urlaub, Krankheit, Auftragsflauten & Co aufbauen kannst oder einfach für einen etwas höheren Lebensstandard. Du möchtest schließlich nicht durchgehend am Existenzminimum leben.

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Schritt 2: Verdienst festlegen

 

Du weißt nun also, wie viel du jeden Monat verdienen musst. Bleibt nur noch die Frage offen, in welchem Zeitraum. Als Freelancer kannst du in der Regel nämlich keine vollen acht Stunden Arbeitszeit pro Tag rechnen, sondern es fallen auch viele unbezahlte Tätigkeiten wie Kundenakquise, das Beantworten von E-Mails, Meetings beziehungsweise Telefonate mit Kunden, die Buchhaltung und weitere Aufgaben an, welche eine Menge Zeit fressen. Realistischer ist es also, wenn du mit etwa vier bis sechs Stunden produktiver Arbeitszeit pro Arbeitstag rechnest. In dieser Zeit musst du ausreichend Geld verdienen, um die in Schritt 1 berechneten Kosten zu tragen.

 

Überschlage demnach grob deine jährliche Arbeitszeit. Nicht wöchentlich oder monatlich, sondern auf das ganze Jahr betrachtet zu rechnen, ist insofern sinnvoll, als dass du auch Urlaubs- und Krankheitszeiten abziehen musst. Hierbei kalkulierst du ebenfalls lieber großzügig, also beispielsweise mit fünf Wochen Urlaub und drei Wochen Krankheitsausfall pro Jahr. Bist du schlussendlich nur vier Wochen im Urlaub und keine Woche krank, bleibt eben ein Plus übrig. Nun hast du grob deine Arbeitsstunden pro Jahr sowie einen Wert, wie viel du in diesen Stunden mindestens verdienen musst – und kannst somit die Untergrenze für dein Honorar festlegen.

 
 

Schritt 3: Stundensatz durchsetzen

Bei dieser Untergrenze muss es aber natürlich nicht bleiben. Deine Erfahrung, die Nachfrage und viele weitere Faktoren bestimmen darüber, wie viel der Kunde zu zahlen bereit ist. Orientiere dich daher auch an den branchenüblichen Preisen und gehe mit den Stundensatz gerne etwas höher. Mit etwas Verhandlungsgeschick und der Auswahl der richtigen Kunden, kannst du dann bestenfalls höhere Preise durchsetzen als deinen minimalen Stundensatz. Wichtig ist allerdings, dass du dieses Minimum niemals unterschreitest – auch dann nicht, wenn du scheinbar auf den Auftrag angewiesen bist. So raubst du dir nämlich selbst die Zeit für besser bezahlte Projekte und steuerst direkt auf eine finanzielle Schieflage hin. Diesen minimalen Stundensatz musst du demnach in jeder Verhandlung durchsetzen und lernen, zu Anfragen „Nein“ zu sagen, wenn die Bezahlung nicht stimmt. Mit der Zeit wirst du darin Übung bekommen und dein Honorar langsam steigern können. Eine weit verbreitete Faustregel lautet übrigens: Nimm ein Prozent des Brutto-Jahresgehalts, dass du als Festangestellter verdienen würdest und du landest bei deinem Tagessatz.

 
 

Honorar nicht statisch berechnen

 

Als Hilfe für diese Berechnungen stehen dir im Internet zudem sogenannte Honorarrechner zur Verfügung, welche dir einen groben Anhaltspunkt geben können, wie hoch dein minimaler Stundensatz sein sollte. Wie bereits erwähnt, sind die branchenüblichen Preise ebenfalls eine gute Orientierung. Dennoch gilt es dann zu prüfen, ob damit deine Kosten auch tatsächlich gedeckt wären. Mit der Zeit wirst du immer mehr Erfahrungswerte sammeln, beispielsweise hinsichtlich der Kosten für den Steuerberater o.ä., und kannst dementsprechend deine Berechnungen anpassen. Vielleicht ändert sich ja auch dein Leben, du gründest beispielsweise eine Familie und brauchst daher fortan mehr Geld pro Monat. Die Lebensumstände sowie die Marktlage und dein Wert als Freelancer verändern sich also über die Jahre und somit ist die Kalkulation deines Honorars keine statische Sache, sondern ein Prozess, welcher dein Berufsleben als Freelancer stetig begleiten wird.

 

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Foto: maurusone/iStock/Getty Images Plus